Google Chrome 150 blockiert uBlock: Das endgültige Aus für klassische AdBlocker

Veröffentlicht am 18.06.2026 um 17:15:00 Uhr
Kategorien: Software, Browser, Self-Hosting | Schlagwörter: Google Chrome, AdBlocker

Das lange angekündigte Ende einer Ära ist da: Mit dem Release von Google Chrome 150.0.7871.24/.25, der sich aktuell bereits im Early Stable befindet, zieht Google den finalen Schlussstrich unter das alte Erweiterungs-Framework Manifest V2. Was wie eine rein technische Bereinigung klingt, bedeutet für die Nutzung von klassischen Werbeblockern das endgültige Aus in Googles Browser-Ökosystem.

Der finale Schnitt: Google Chrome 150 killt die letzte Hintertür

Bisher konnten versierte Nutzer und Administratoren die Abschaltung von Manifest V2 (MV2) über interne Schalter hinauszögern. Im Chromium-Code wurde nun jedoch die Flag kExtensionManifestV2Disabled komplett entfernt. Damit verliert der beliebte und mächtige AdBlocker uBlock Origin in seiner gewohnten Form jegliche Funktion und fliegt endgültig aus Chrome.

Manifest V2 vs. Manifest V3: Der technische Unterschied

Der entscheidende Kernpunkt liegt in der Art und Weise, wie Erweiterungen den Netzwerkverkehr analysieren und filtern dürfen:

Warum das für AdBlocker das gefühlte Aus bedeutet? Dieser Architekturwechsel schränkt moderne Content-Filter massiv ein. Dynamisches Filtern, das sofortige Reagieren auf neue Werbetechniken ohne ein komplettes Erweiterungs-Update und komplexe, benutzerdefinierte Regelsätze sind unter Manifest V3 technisch kaum noch umsetzbar. Zudem begrenzt Google die maximale Anzahl der erlaubten Filterregeln drastisch.

Infografik: Das Ende einer Ära - Manifest V2 vs V3

Wie reagieren die Entwickler? uBlock vs. AdGuard

Die großen Player der AdBlock-Szene gehen sehr unterschiedlich mit der neuen Situation um:

Was tun? Die besten Alternativen für werbefreies Surfen

Wer weiterhin die volle Kontrolle über seine Privatsphäre behalten möchte, muss umdenken. Es gibt glücklicherweise funktionierende Auswege:

1. Browser-Wechsel

2. DNS- und Netzwerk-Filter (Die Self-Hosting-Lösung)

Wenn der Browser die Werbung nicht mehr blockieren will, filtert man sie am besten, bevor sie überhaupt das Endgerät erreicht. Hier kommen netzwerkweite DNS-Blocker ins Spiel, die sich perfekt auf einem Raspberry Pi im Heimnetzwerk betreiben lassen:

Wichtige Einschränkung: Da DNS-Blocker nur auf Domain-Ebene filtern, können sie Werbung, die von denselben Servern wie die Hauptinhalte ausgeliefert wird (wie z. B. First-Party-Videowerbung auf YouTube), nicht immer vollständig blockieren. Die Kombination aus einem DNS-Filter im Netzwerk und einem MV3-Blocker (oder Brave/Firefox) im Browser bleibt daher in Zukunft das stärkste Setup.

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