Das Ende einer Ära: Myrient schließt am 31. März 2026
Es sind schlechte Nachrichten für die Preservation-Community: Eine der zuverlässigsten Quellen für Videospiel-Backups, Myrient, wird zum 31. März 2026 ihren Betrieb einstellen. Der Betreiber Alexey gab dies kürzlich offiziell bekannt und nannte drastische Gründe für diesen Schritt.
Warum schließt Myrient?
Hinter der Schließung stehen vor allem finanzielle und ethische Probleme. Trotz steigender Nutzerzahlen stagnierten die Spenden, während die Betriebskosten explodierten. Der Betreiber zahlte zuletzt monatlich über 6.000 $ aus eigener Tasche, um die gewaltige Infrastruktur aufrechtzuerhalten.
Die nackten Zahlen verdeutlichen die Last, die das Team getragen hat:
- Über 390 Terabyte an gespeicherten Daten.
- Mehr als 13 Millionen organisierte Dateien.
- Ein monatlicher Datentransfer von über 30 Petabyte.
Zusätzlich erschwerten zwei Faktoren den Weiterbetrieb:
- Hardware-Preise: Durch den KI-Boom sind die Kosten für RAM und Speicher massiv gestiegen.
- Missbrauch: Kommerzielle Download-Manager haben die Seite angezapft und Inhalte hinter eigene Bezahlschranken gestellt – ein klarer Verstoß gegen die Vision des Projekts, Videospiel-Inhalte ohne Monetarisierung zugänglich zu machen.
Was bedeutet das für uns?
Bis Ende März 2026 bleibt die Seite noch in ihrem aktuellen Zustand online. Wer seine Sammlung an Redump ISOs – etwa für die PlayStation 2 – vervollständigen möchte, sollte die verbleibende Zeit nutzen. Danach wird es deutlich schwieriger, Daten mit vergleichbarer Geschwindigkeit und Qualität zu finden.
Gibt es Alternativen?
Nach dem Aus von Myrient rücken altbekannte Quellen wieder stärker in den Fokus. Das Internet Archive bleibt ein wichtiger Anker für Redump-Kollektionen, und auch Vimm's Lair ist nach wie vor eine verlässliche, wenn auch langsamere Anlaufstelle.
Es ist ein herber Verlust für die digitale Archivierung, zeigt aber einmal mehr, wie fragil solche Community-Projekte ohne ausreichende Unterstützung sind.